Gartentipps April 01.04.2018 08:42

Die Natur steht schon in den Startlöchern und ist bereit sein Schauspiel von Neuem zu zeigen. Wir möchten einige gärtnerische Ratschläge für diese intensive Zeit des Jahres geben. Von der „Aussat“ bis zum „Zimmerpflanzen düngen“ werden wir einige spannende Themen ansprechen.

Gartentipps

Vom Gemüsebeet bis zur Staudenpflanze und seiner Vermehrung werden wir in diesem Teil des Beitrags einige Tipps&Tricks erläutern.

Aussäen im April

Einige Gemüsepflanzen sollten im Gewächshaus vorgezogen werden. Viele einheimische und robuste Vertreter können direkt ins Freiland, also auf das schon vorbereitete Gemüsebeet, Hochbeete oder in Balkonkästen gesät werden. So können beispielsweise Erbsen (Pisum sativum), Mairüben (Brassica rapa), Karotten (Daucus carota), Spinat (Spinacea oleracea), Radieschen (Raphanus sativus) und auch Rotkohl (Brassica oleracea) problemlos im April ausgesät werden. Dabei ist natürlich vor der Aussaat die Anleitung der jeweiligen Samen genaustens zu studieren, als Faustregel gilt: Zweimal so viel Erde, wie der Samen dick ist, sollte den Samen bedecken. Dies hilft der Keimung durch Vermeidung von Licht und schützt vor Austrocknen des Saatgutes.

Gemüsepflanzen selber ziehen

In Töpfen kann man Draußen an warmen Standorten schon beginnen einige mediterrane Pflanzen anzuziehen. Prominente und geläufige Vertreter sind Tomaten (Lycopersicum esculentum), Artischoken (Cynara scolymus), Melonen (Cucumis melo), Sellerie (Apium graveolens) und natürlich auch Paprika und Chilis (Capsicum annum).

Stauden pflanzen

Der Beginn des zweiten Quartals ist der ideale Zeitpunkt für Stauden ihren neuen Standort zu erhalten. Bevor die neuen Stauden in das Beet gesetzt werden können, ist es ratsam sich die vorhandenen Arten in ihrem Wuchs vorzustellen. So kann durch eine geschickte Höhenstaffelung des Beetes ein gestalterisch ansprechender Effekt erzielt werden.

Viele Leitstauden eignen sich auf Grund ihrer hohen Wuchsform entweder als zentrales Element oder als Hintergrundbepflanzung für kleinere Exemplare. Zu nennen sind bei den Leitstauden die Moschus-Malve (Malva moschata), das Schaublatt (Rodgersia Sorten) und die Silberkerze (Cimicifuga racemosa), die alle eine Wuchshöhe von ungefähr zwei Metern erreichen können.

Nach der Gestaltungsfrage wird das Beet gründlich gewässert, um den neuen Stauden ein Anwurzeln zu erleichtern. Dann gräbt man Löcher an der gewählten Stelle und kleidet diese mit nahrhafter Komposterde aus. Nun muss nur noch die neue Staude eingesetzt, mit der übrigen Erde des Loches die Wurzel bedeckt und leicht angedrückt werden. Zu guter Letzt sollte auch die neugepflanzte Staude angegossen werden.

Stauden vermehren

Die einfachste Form der Vermehrung ist die Teilung einer Pflanze. Dazu sollte die gewünschte Pflanze aus dem Beet, Topf oder Kübel geholt und von der restlichen Erde befreit werden. Daraufhin nimmt man einen scharfen Spaten, eine scharfe Schere oder ein gutes Messer und teilt die Pflanze längs, also entlang der Stängel und Halme, bis zum Ende des Wurzelwerks.

Steingarten anlegen

Der April eignet sich hervorragend um einen Steingarten anzulegen. Steingärten sind eine kosteneffiziente und beständige Methode unfruchtbare Böden oder unbeliebte Ecken mit wenig Aufwand zu dauerhafter Ästhetik zu verhelfen. Hier gibt es einige Möglichkeiten, wie man Steingärten anlegen kann. Dazu zählen die einfachste Variante als Steinhügelbeet oder großflächige Steingärten. Wie genau solch ein Steingarten angelegt wird und welche Pflanzen sich für den Steingarten eignen, zeigen wir in unserem Blogbeitrag „Steingarten anlegen“.

Balkontipps

Die Balkonsaison ist eröffnet und wir werden hier über die Ansaat und das Umtopfen reden.

Wann kann man auf dem Balkon Samen säen?

Mitte bis Ende April kann man Kräuter- oder auch Zierpflanzen aussäen. Spätere Zeitpunkte sind natürlich auch möglich. Dabei ist vornehmlich auf die „Anleitung“ des Samenpakets zu achten. Einweichen der Samen für 24 Stunden in lauwarmem Wasser verbessert die Keimfähigkeit. Einmal gesät, sollten die Samen vorm Austrocknen geschützt und eine Mindesttemperatur von 10° Celsius eingehalten werden. Grundlegend bleibt es bei der Aussage, dass Pflanzen aus wärmeren klimatischen Umgebungen mehr Sonne und auch mehr gleichbleibende Wärme benötigen, als einheimische Pflanzen.

Balkonpflanzen umtopfen

Pflanzen um- oder einzutopfen ist ein Arbeitsschritt, der bevorzugt im Frühling unternommen werden sollte. Allgemein freut sich jede Pflanze in regelmäßigen Abständen über ein neues frisches nahrhaftes Substrat. Regelmäßig kann auch alle drei Jahre sein. Die Gründe für ein neues Substrat sind die zunehmende Verdichtung des Bodens, was zu Staunässe oder fehlender Luft für die Wurzeln führt. Außerdem sollte man Wurzelballen gelegentlich ausdünnen. Dabei dürfen keinesfalls Hauptwurzeln, also große dicke Hauptleitungen, entfernt werden. Viele Bonsaigärtner benutzen für diesen Arbeitsschritt eine Art Bürste oder Kamm, womit sie die toten Wurzelpartien herauskämmen und für ein gleichmäßig feines Wurzelwerk sorgen.

Pflanzen und Drainage

Als Basis jedes Topfes, jedes Balkonkastens oder auch größeren Kübels sollte eine Drainage-Schicht eingebaut werden. Diese kann aus gröberen Kiesen, Blähton oder einfachen Steinen bestehen. Man schüttet die Drainage-Schicht 1/4-1/3 der Topfhöhe auf und kann mit einem Vlies die Erde vom Granulat trennen. Unsere Erfahrung spricht für ein Vlies zwischen Erde und Drainage. Denn damit wird das stetige Rausspülen und Verdichten der Erde in die Drainage umgangen. Sie bleibt länger durchlässig und es tritt seltener Staunässe auf. Zudem muss man beim nächsten Mal Umtopfen nicht die Steinchen aus der Erde sammeln.

Wann schneidet man Frühblüher?

Es gibt viele Pflanzen, die einem anzeigen, wann sie geschnitten werden wollen. Das bedeutet sie verschwinden nach ihrer Blüte wieder in der Erde und sammeln ihre verbliebene Energie in der Wurzel, Knolle oder Zwiebel. Tulpen schneidet man nachdem sie ihre Blüte verloren haben und die bläulich-grünen Blätter anfangen gelb oder sogar schon braun zu werden. Will man eine zweite Blüte fördern, sollte man schnell die verblühten Triebe fachgerecht kürzen. Zum Thema fachgerechtes Schneiden empfehlen wir den Artikel „Rosenschnitt“.

Zimmerpflanzentipps

Scheint die Sonne ab April endlich wieder kräftig, erwachen die geliebten Palmen, Calatheen, Sukkulenten und andere Gehölze aus ihrer Winterpause. Sie benötigen jetzt Nährstoffe, um auch für die kommende Saison Blüten oder noch verzweigteres Blattwerk zu bilden.

Zimmerpflanzen düngen

Viele blühende Pflanzen haben einen höheren Nährstoffbedarf als nicht blühende Pflanzen. Elementare Mineralien für den pflanzlichen Stoffwechsel sind Kalium, Magnesium, Eisen, Phosphor und Stickstoff. Diese Spurenelemente verbessern die Umwandlung von UV-Licht zu Chlorophyll, Kohlenstoffdioxide und -monooxide zu Sauerstoff und förderen außerdem die Bildung von Wurzeln.

Es gibt feste und flüssige Dünger, die je nach Anwendung unterschiedlich von der Pflanze aufgenommen werden. Flüssige Dünger, die für Grün- und Zimmerpflanzen ausgewiesen sind, enthalten hauptsächlich eine konzentrierte Menge an NPK (Stickstoff-Phosphor-Kalium). Sie sind für das generelle Wachstum notwendig und verleihen der Pflanze ihre kräftigen Farben. Sie sollten maximal alle zwei Wochen ins Gießwasser, streng der jeweiligen Anleitung des Produktes nach, beigemischt werden. Zu hohe Konzentrationen von Dünger erzielen das Gegenteil und können zum Absterben führen.

Do-It-Yourself Dünger

Zu Zeiten des Mangels hat man Pferdeäpfel, Eierschalen, getrockneten Vogelkot und vieles mehr zum Düngen der Pflanzen verwendet. Nur weil es uns nicht mehr mangelt, funktionieren solche DIY-Dünger nicht noch genauso gut. Eine Kombination geeigneter Lebensmittelreste sind: Banane, Eierschalen, Kaffeesatz und auch Zwiebelhaut. Dies alles mit ein wenig Wasser und einem Stabmixer zerkleinern und fertig ist die Düngerpaste. Auf Grund der hohen Feuchtigkeit und den organischen Materialien wird es wahrscheinlich zu Schimmel auf der Substratoberfläche kommen. Dies kann durch Trocknung der Mischung umgangen werden. Dazu den Brei im Ofen, auf einem Blech ausgebreitet, für einige Stunden bei niedriger Temperatur durchtrocknen und das Pulver dann erst ins Substrat einarbeiten.

Tropisches Flair durch Zimmerpflanzen

Tropisches Badezimmer

Tropische Pflanzen lieben hohe Luftfeuchtigkeit und mögen oft mehr Sonne als auf den kleinen Beipackzetteln steht. Abgesehen vom Hinweis der Vermeidung von direkter Sonne, den es einzuhalten gilt, können viele tropische Pflanzen an andere Umgebungen gewöhnt werden. Für das helle Badezimmer eignen sich Calathea-Arten mit ihren bunt gezeichneten Blättern, Farne wie der Geweihfarn (Platycerium bifurcatum) oder der Hasenfußfarn (Humata tyermannii) sehr gut. Sie bevorzugen alle eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit von 60-90%.

Tropisches Wohn- und Schlafzimmer

An hellen bis vollsonnigen Standorten gedeihen der Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata), die Riesen-Palmlilie (Yucca gigantea) und auch die chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei), die sogar bis zu -10° Celsius erträgt. Sie wachsen, gerade wenn sich der Sommer angekündigt hat, rasant. Hat man nun keine Sonnenplätze mehr zur Verfügung, können robuste Pflanzen wie Bogenhanf (Sansevieria trifasciata), Zamioculcas (Zamioculcas zamiifolia) oder auch eine Grünlilie (Chlorophytum comosum) tropisches Grün in die Wohnung bringen. Die Pflanzen für Schlaf- und Wohnzimmer sollten, wegen der häufig sehr trockenen Heizungsluft, keine hohen Ansprüche an die Luftfeuchtigkeit des Raumes haben. Das geläufige Ergebnis aus zu trockener Luft sind braune Blattspitzen oder Blattränder. Das tägliche Besprühen mit kalkarmem Wasser, bestenfalls Regenwasser, kann zu einer leichten Erhöhung der Luftfeuchtigkeit um die Pflanze beitragen.

Wir von 1001Plants hoffen einen ausführlichen Überblick über die Möglichkeiten der gärtnerisch-botanischen Tätigkeiten für den Monat April geliefert zu haben. Wer sich einige Pflanzen dieses Beitrags nicht verbildlichen kann, dem raten wir den Besuch unseres Shops. Dort findet man viele der genannten Pflanzen und noch vieles mehr.


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