Wissenswertes Rosenschnitt 27.02.2018 16:56

Rosenschnitt

Rosen und der Rosenschnitt sind für viele ein kompliziert wirkendes Faszinosum, das einer Wissenschaft gleicht. Doch mit nur ein paar Tipps und Tricks, die wir in diesem Beitrag gesammelt haben, gelingt jede Gestaltung mit Rosen im Garten, Balkon oder als Zimmerpflanze. Eine kurze Geschichte der Rosenpflanze, einige Vermehrungsarten der Rose und gängige Schnitttechniken werden wir nun für euch vertiefen. Außerdem werden die häufigsten Rosenarten in ihren Ansprüchen an den Schnitt erklärt.

Woher kommen Rosen?

Rosengewächse sind äußerst sensible Pflanzen. Die Rose hatte einen langen Siegeszug in unsere heimischen Vorgärten. Sie entspringt aus China und wurde wie so vieles vor über 2000 Jahren entlang der Seidenstraße in die Region des vorderen Persiens gebracht, um heute in englischen Rosengärten zu einer kunstvollen Form der Ästhetik kultiviert zu werden. Die Herkunft dieser Pflanze, mit der für viele schönsten Blüte, lässt gleichzeitig vermuten, warum sie in Europa und vielen kälteren Regionen schlichtweg nicht gut wächst oder schwach blüht. Gerade deswegen müssen Rosen in vielen Teilen Europas im Winter geschützt werden und einen Schnitt im Frühling erfahren.

Wie überwintert man Rosen richtig?

Eine Methode den Winterschutz zu gewährleisten ist es Gartenerde bis zu 20 cm am Stamm anzuhäufen. Dies verhindert Frost an der Veredelungsstelle, dazu jedoch gleich mehr. Eine weitere Methode ist die Pflanze in atmungsfähige Säcke zu wickeln, um sie so vor Erfrieren der Triebe zu schützen. Optimale Materialien hierfür sind gröbere Stoffe wie Jute und Vliese. Ist man Besitzer einer Rose im Kübel, so sollte dieser frostsicher und an einem hellen Ort überwintert werden. Temperaturen zwischen 0 und 10° Celsius verträgt jede Rose und deswegen sollten diese Orte, fürs Überleben der Rose als Zimmerpflanze, auf jeden Fall dem warmen Wohnzimmer vorgezogen werden. Sind die Raumtemperatur zu hoch und die Luftfeuchtigkeit zu gering vertrocknen Rosen als Zimmerpflanze leider sehr schnell. So eignen sich für viele Rosen-Balkonpflanzen entweder eine Art Gewächshaus auf dem Balkon zu bauen, das frostsicher aber nicht luftdicht abgeschlossen ist. Eine weitere Lösung für dieses Problem ist, wenn möglich die Rosenkübelpflanzen in einen kühlen und hellen Hausflur zu stellen. Mit den letzten zarten Nachtfrösten kann die Pflanze dann wieder an ihren üblichen Standort gewöhnt werden.

Wann und warum Rosen schneiden?

Jede Rose muss zu unterschiedlichen Zeitpunkten beschnitten werden. Allerdings sollte in jedem Fall vermieden werden Rosen im Winter zu schneiden. Wie bereits angedeutet ist die Rose sehr empfindlich was ihre klimatischen Umgebungen angeht. Der Rosenschnitt sollte deswegen im Frühling begonnen werden. Wenn man wirklich sicher gehen will, sollte man nicht vor der Blüte der Forsythien schneiden. Es empfiehlt sich je nach Region der Zeitraum März bis April. Der spätmöglichste Zeitpunkt für einen Rosenschnitt ist das Ende des Sommers beziehungsweise der Herbstanfang. Generell schneidet man Rosen, um die Knospenbildung zu fördern und eine volle Blüte zu erzielen, außerdem werden alte oder kranke Triebe entfernt. Mit Pilzen, Algen oder Schimmel befallene Triebe oder Triebteile sollten immer sofort mit sauberem Werkzeug entfernt werden.

Die Werkzeuge zum perfekten Rosenschnitt

Die empfohlenen Werkzeuge für den Schnitt jeder Pflanze, doch insbesondere der Rosen, sind Rosenscheren oder sehr scharfe und sehr saubere Messer. Die Hygiene beim Schnitt von Pflanzen ist nicht zu unterschätzen. Alle Pflanzen haben ein feines, für Bakterien und Krankheitserreger, empfindliches Gewebe unterhalb ihrer Rinde, das Kambium. Dieses sorgt für das Dickenwachstum aller Pflanzen und ist gleichzeitig die Schnittstelle für oftmals nötige Veredelungsvorhaben. Ebenfalls sinnvoll ist es an Handschuhe zu denken, die unglaublich hilfreich sind, wenn es darum geht die Triebe oder abgeschnittenen toten Teile von der Pflanze zu entfernen.

Rosen vermehren

Die Anfälligkeit für Frost und Krankheiten ist auch ein Grund, warum sie von den Baumschulen und Rosengärtnern oftmals veredelt werden. Die Veredelung wird durchgeführt um die Rosen resistenter gegen eben genannte Schädlinge und Fröste zu machen. Dazu wird ein Reiser oder ein Auge der gewünschten Ziel-Sorte auf eine einheimische Rosenunterlage, wie der Hundsrose (Rosa canina) oder der Kartoffelrose (Rosa gallica), aufgepfropft, eingekeilt, eingeschlitzt oder angebunden. Nach gelungenem Veredelungsprozess wächst die Pflanze sortenrein aus dem Auge oder Trieb weiter und behält die sorteneigene Schönheit oder den Duft kombiniert mit der Stärke der einheimischen Pflanze. Es gibt seitenweise Material zur Veredelung von Rosengewächsen und wahrscheinlich noch mehr gezüchtete Sorten. Eines haben sie alle gemeinsam, die Werkzeuge und Technik mit der sie in ihre gewünschte Form geschnitten werden sollten.

Rosen richtig schneiden

Viele fragen sich, wann der perfekte Zeitpunkt für einen Schnitt wäre. Ein einfacher Indikator dafür ist das Anschwellen der Augen. Ein Auge ist die Stelle an der ein neuer Trieb hervorgehen kann, zu erkennen an einer winzigen Knospe oder manchmal sogar nur einer Beule in der Rinde. Kleine Knospen bilden sich dabei in den Blattachseln der alten Blätter. Man beschneidet den gewählten Trieb einen halben Zentimeter über einem förderungswürdigen Trieb oder Auge ab. Der Trieb oder das Auge sollte dabei nach außen zeigen, also weg vom Zentrum der Pflanze. Damit erhält man einen lockeren und vor allem lichten Kronenwuchs, der allen Trieben gleich viel Sonne zukommen lässt. Der Schnitt sollte leicht, vom zu fördernden Trieb weg, angeschrägt sein. Regen- oder Gießwasser sammelt sich dann nicht am neuen Trieb und sickert auch nicht so einfach in die offene Schnittwunde der Pflanze. Andernfalls können sich an dieser Stelle Pilze oder Bakterien sammeln, die mit Hilfe der bereitgestellten Feuchtigkeit an den Schnitten die Rose befallen.

Wildtriebe bei Rosen entfernen

Aus der bereits erwähnten Wildrosenunterlage treiben sicherlich in einiger Zeit Wildtriebe aus, die die Form und Eigenschaften der veredelten Rose sehr verändern. So könnte die schöne Duftrose des unaufmerksamen Gärtners plötzlich mit Hagebutten gespickt sein. Die Triebe schon bevor es zur Fruchtbildung kommt zu entfernen ist nicht schwer. Man gräbt dem wilden Trieb entgegen bis zur Wurzel runter und kann jenen Trieb dann von der einheimischen Unterlage samt Astring mit der Schere abschneiden oder per Hand abreißen. Dafür schneidet man unterhalb des Triebes waagerecht in die wilde Unterlage. Der Schnitt soll weiteres Einreißen verhindern, um den Wildrosentrieb per Hand zu entfernen. Die größte Schwierigkeit liegt jedoch darin den Wildtrieb vom Rest der Rose zu unterscheiden.

Beetrosen und hochstämmige Rosen richtig schneiden

Die Beet- und hochstämmigen Rosen werden ähnlich geschnitten. Man reduziert die Krone auf ein Drittel der bisherigen Größe. Dabei ist es für eine ideale Entwicklung der Krone wichtig den gesamten Schnitt der natürlichen Form der Pflanze folgen zu lassen. Das Auslichten der Krone führt zum stärkeren Austreiben der Pflanze, was wiederum zu einer volleren Blüte führen kann. Außerdem sollte man die nach den Frösten abgestorbenen Zweige oder die mit Krankheiten wie Pilzen befallenen Triebe entfernen.

Kletterrosen richtig schneiden

Kletterrosen können auch im Frühjahr beschnitten werden, doch dann droht man Gefahr zu laufen die bereits ausgebildeten Knospen abzuschneiden. Die Kletterrose ist eine der wenigen Rosen, die ihre Blütenknospen an den bereits im Vorjahr gebildeten Trieben entwickeln. Allein deswegen schneidet man die Kletterrosen erst im Sommer nach ihrer Blüte.

Edelrosen richtig schneiden

Diese Rosenart kann man an ihren Trieben auf eine Länge von 15-20 Zentimetern kürzen. Das mag drastisch klingen, ist aber ebenso wie bei den anderen Arten ein Garant für starkes Triebwachstum. Zudem kommt, dass die Triebe, die dünner als ein Bleistift sind, ebenfalls gekürzt oder gar entfernt werden. Das Reduzieren der möglichen Triebstellen führt zu einem vollen Wachstum, da der Pflanze nur noch wenige Wege übrig bleiben in die sie ihre Kraft stecken kann.

Strauchrosen richtig schneiden

Zum Glück gibt es auch noch pflegeleichte Rosen. Die Strauchrose ist ein wahrlich genügsames Exemplar der Rosenarten. Denn diese mag es nicht im Frühling beschnitten zu werden. Man schneidet sie nur einmal im Jahr, nach der Blüte im Sommer, auf mindestens zwei bis drei übrige Knospen zurück. Alte Triebe, die man an der bräunlichen Farbe erkennt, können bis knapp über dem Boden gekürzt werden. Daraus resultiert eine neue grundständige Triebbildung in der nächsten Vegetationsperiode.

Wir von 1001Plants freuen uns bereits auf die nächste Blüte der Frühlingsrosen und den charakteristischen Duft, den die ersten abgeschnittenen Rosenblüten in der heimischen Vase verbreiten. Bevor wir in diesen Genuss kommen, müssen erst einige Rosen gekauft, in den eigenen Garten gepflanzt und fachlich sauber beschnitten werden. Wir wünschen viel Spaß beim schneidenden Gestalten.


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