Bienen retten mit Bienenstauden 11.06.2018 12:23

Sie sind die weltbesten Obst- und Gemüsegärtner dieses Planeten, die ganz nebenbei eine gelblich, klebrige und für Viele köstliche Delikatesse „zubereiten“. Die Rede ist von der Honigbiene. Die Biene als Ökosystem-Träger, die Bienenzucht und die nahezu unendlichen Kombinationen ihres Honigs in ebenso vielen Rezepten, lässt viel Platz für Gespräche und Informationsmaterialien. Im Folgenden werden wir einen kleinen Einblick zum Thema Bienen geben.

Ursprung der Biene

Man schätzt, dass es die Biene schon seit zwei Millionen Jahren auf diesem Planeten gibt. Der „Homo Sapiens Sapiens“ (oder einfach der moderne Mensch), sind laut dem bisherigem Kenntnisstand erst seit knapp 200.000 Jahren Bewohner der Erde. Viele Geschichten, Sagen und Bedeutungen haben die Bienen in den Kulturen dieser Welt bisher erhalten.

Es gibt zudem eine große Vielfalt an unterschiedlichst gefärbten, besonders resistenten oder sehr fleißigen Bienenarten. Wir werden uns weiterhin mit der Honigbiene, in Europa vornehmlich der Italienerbiene (Apis mellifera ligustica), beschäftigen und ihre Relevanz für unser Leben andeute6n.

Woher kommt der Honig?

Honig ist Bienenspeichel. Dies klingt sehr befremdlich, ist aber gleichzeitig eine der schmackhaftesten Nebenprodukte einer tierischen Zusammenarbeit. Verblüffend ist, dass ein Bienenvolk, welches aus 30.000-50.000 Tieren besteht, pro Jahr bis zu 100 kg Honig produzieren kann. Sie benötigen allerdings 70 kg ihres eigenen Honigs und weitere 25 kg Pollen der Blüten, um ein ganzes Jahr zu überleben und Larven zu entwickeln. Der Imker nimmt also lediglich ein Fünftel der gesamten Honigproduktion ab.

Der Honig wird von der Arbeiterbiene als Pollen eingeflogen und weiterverarbeitet von Bienen, die den Honig im Bienenstock stetig wenden. In der letzten Station, dem Verdeckeln der Bienenwaben, die dann als Reserve für magere Zeiten fungieren, ist der Honig für uns Menschen erntereif.

Das Ernten der Waben ist trotz beruhigender Benebelung des Schwarms ein großer Stressfaktor für die Bienen. Des Weiteren wird der „industriell hergestellte“ Honig mit den jetzigen Methoden oft auf Kosten von Millionen von Bienenleben und den positiven Eigenschaften des Honigs gewonnen.

Warum ist Honig nicht vegan?

Veganismus entwickelte sich aus vielen kritischen Fragen zu konventioneller Lebensmittelproduktion, den daraus folgenden Einflüssen auf die Umwelt und der Frage, ob das Leben der Tiere in der Industrie moralisch und ethisch vertretbar ist.  Jene Fragen stehen im direkten Zusammenhang mit der globalisierten Honigproduktion. Die Monokulturen der Welt werden jedes Jahr mit tausenden fahrenden Bienenschwärmen bestäubt. Dies ermöglicht es Mandeln, Marmeladen und auch Mandarinen fast jeden Tag im Supermarkt kaufen zu können. Auf der anderen Seite sterben, abgedeckt unter Planen und in mobilen Bienenstöcken eingesperrt, pro „Umzug“ von Plantage zu Plantage mehrere Hunderttausend Bienen. Außerdem werden die Bienen, wie auch die schier endlosen Reihen der Bäume, mit aggressiven Pestiziden gegen andere Insekten besprüht.

Warum sterben unsere Bienen?

Albert Einstein hätte mal gesagt, dass die Menschheit nur vier Jahre nach dem Sterben der Bienen ebenfalls sterben würde. Dies mag übertrieben klingen. Doch überlegt man nur einen Augenblick, dann gibt es wenige andere Insekten, die in solcher Menge und Vielfalt Pflanzen bestäuben.

Wie bereits angedeutet werden in der konventionellen Landwirtschaft große Mengen Pestizide eingesetzt. Sie sind toxisch, aber wenige wurden bisher in Langzeitstudien ausreichend in ihrer Wirkung erforscht. Ein Zusammenhang scheint jedoch zwischen dem Bienensterben und dem Gebrauch von Pestiziden zu bestehen.

Mehr noch brauchen Bienen eine Auswahl an Pollen für eine gesunde Entwicklung des Schwarms. Leider bieten Monokulturen auch dies nicht. Zur Folge sterben die Bienen und damit auch die Fruchtbarkeit vieler ländlicher Regionen bis auf wenige vom Menschen kontrollierte Bienenschwärme aus. Dem Land und der Natur fehlen damit die hilfreichen Bienen, die ihre Pollen an andere Blüten bringen. Das bedeutet; ein über tausende Jahre angepasster Mechanismus der Vegetation an seine Umwelt wird in wenigen Jahren mit einer chemischen Keule erschlagen. Nahezu 80 Prozent der Nutz- und Wildpflanzen werden laut Bee-Careful von der europäischen Biene bestäubt. Ein massives Sterben der Biene führe vielleicht auf lange Sicht entweder zu ausgeklügelten Bestäubungsrobotern oder einer Nahrungsknappheit durch einen extremen Preisanstieg. Dies sind mögliche Horror-Szenarien, die gezeichnet werden. Was kann man dagegen tun?

Bienenwiese und Insektenhotel

Möchte man den Bienen helfen und gegen das Aussterben der Bienen arbeiten, dann ist es ein Leichtes mit einer gekauften „Bienenwiese-Mischung“ im Frühling oder auch noch im Juni unbebautes und freies Land mit einheimischen Blühpflanzen zu bepflanzen. Ein idealer Zeitpunkt ist es, kurz nach oder während eines leichten Regens auszusäen und den Boden zu bearbeiten. Die Erde ist weicher, bietet gleichzeitig Feuchtigkeit für die Verbesserung der Keimungsfähigkeit von Samen und die Vögel fressen die neu gesäten Pflanzen nicht sofort auf. Man sollte sich außerdem einen Grubber (das dreispitzige und an den Enden knapp 90 Grad gebogene Werkzeug zur Bodenlockerung) zum Aussäen der Bienenwiese mitnehmen.

Jeder leere Blumenkasten, jedes unbenutzte Gefäß kann mit wenigen Schritten zum Behältnis einer blumig blühenden Nahrungsquelle für die gelb-schwarz gestreiften Sammler umfunktioniert werden. Selbst der sonst so unbeachtete Seiten- oder Mittelstreifen kann mit ein wenig Engagement zur Blüten-Bienenwiese gestaltet werden. Eine Liste aller Pflanzen, die den Bienen helfen, findet man auf der Internetseite des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft oder in der „Bienen-App“. Auch wir von 1001plants bieten eine Vielzahl an bienenfreunldichen Pflanzen an. Eine probate Möglichkeit ist zusätzlich ein Insektenhotel zu installieren, welches selbst gebaut oder gekauft ein guter Überwinterungsort für wilde Insekten ist.

Doch gerade auf dem Land befindet sich aufgrund der vielen Monokulturen das besorgniserregendere Problem. So gilt es also die ländlichen Regionen, von urbanen Großräumen aus zu renaturieren und so viele bienenfreundliche Stauden, Blumen und Gehölze zu pflanzen, wie möglich.

Die Bienenweide – ein Schlaraffenland für Bienen

Auch mit Bienenstauden und bienenfeundlichen Gehölzen kann man den Bienen entgegenkommen und ihnen im eigenen Garten eine Vielzahl an Nahrungsmöglichkeiten bieten. Zu den beliebtesten Blütenstauden der Bienen gehören die Schafgarbe (Achillea millefolium), der Garten-Blüten-Salbei (Salvia nemorosa), die Traubige Garten-Katzenminze (Nepeta x faassenii), sowie viele weitere Lippenblütler. Sommerflieder, Faulbaum und Obstgehölze, wie Himbeeren und Äpfel, machen sich als Bienenweide ebenfalls gut. Auf die Bartblume ist meist ein richtiger Ansturm zu erwarten. Mehr Pflanzen zum Thema Bienenweide findet man hier.

Wir von 1001-Plants gönnen allen fleißigen Bienchen ein erfolgreiches Pflanzen, Basteln, Imkern und Honig-Schlecken. Sicherlich wurden einige Fragen beantwortet, möglicherweise auch neue Fragen aufgetan. Nichts desto trotz hoffen wir informiert zu haben und wünschen viel Spaß bei der Bienenrettung.


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