Wissenswertes Schädlinge im Garten

05.07.2018 16:02

Wie oft passiert es den Hobbygärtnern, dass die Tomatenpflanze Blattläuse hat oder der Salat von Schnecken zerlöchert ist? Es gibt wenige Schutzmittel oder Pestizide, die hundertprozentig funktionieren. Jedoch helfen ein paar Hausmittelchen gegen Schädlinge, leider oft nur bei schwächerem Befall. Einige Möglichkeiten der Schädlingsbekämpfung werden wir in diesem Beitrag abwägen und erläutern.

Ursache für Schädlinge im Garten

Viele Schädlinge sind in anderen Biosphären nützlich und heimisch, doch gibt es auch einige, die sich neu in einem Ökosystem etablieren. Die Pflanzen haben daher nicht genug Zeit gehabt, um sich anzupassen und sind angreifbar. Die Schädlinge wandern mit den sich stetig verändernden klimatischen Gegebenheiten. So erklärt sich der Befall vieler Gehölze aus den steigenden Temperaturen im Sommer und den milderen Wintern.

Dies lässt sich am Beispiel der Rosskastanie (Aesculus hippocastaneum) erklären. Sie wächst in vielen Regionen Deutschlands und gilt als heimischer Baum. Es ist wenig bekannt, dass bereits im Juni eine unnatürliche Braunfärbung der Blätter auftreten kann, die von der Natur nicht gewollt ist. Die Blattlarve, namens Rosskastanien-Miniermotte, frisst sich durch die Blätter und tötet sie ab. Die Motte stammt aus dem Mittelmeerraum und hat sich innerhalb von 25 Jahren über fast ganz Mitteleuropa verbreitet. Ist der Baum erst befallen, kann man lediglich die kranken Blätter händisch abpflücken. Die Förderung eines Vogelbestandes im Garten hilft im Übrigen viele Schädlinge zu bekämpfen.

Zwei weitere Schädlinge, die sich bei bereits geschwächten Pflanzen einnisten, sind Blatt- und Schildläuse. So werden auch viele Zimmerpflanzenliebhaber von Blattläusen geplagt. Oft findet sich das Problem bei der Luftfeuchtigkeit des Raumes oder der Unterversorgung an Nährstoffen. Dies lässt sich zwar regulieren, doch wie wird man die Biester wieder los?

Bekämpfung von Blattläusen

Eine natürliche Art und Weise Blattläuse zu bekämpfen ist „der Einsatz“ von Marienkäferlarven. Diese haben Blattläuse zum Fressen gern und dezimieren ganze Schwärme. Mit einem Insektenhotel kann man seine Chancen auf ein paar Larven für die Pflanzen steigern. Zur rechten Jahreszeit die Pflanzen auf den Balkon oder die Terrasse zu stellen, hilft auch.

Befinden sich die Pflanzen in einem geschlossenen Raum, etwa einem Gewächshaus oder der Wohnung, können auch Schlupfwespen eingesetzt werden. Diese tropisch, winzigen Wespen stechen nicht. Sie fressen die Blattläuse in großen Mengen und sterben nach Ausgehen der Nahrung wieder aus. Hält man die Wespen im Gewächshaus ist auch dort keine Plage zu fürchten, denn sie sterben spätestens mit dem Eintreten der ersten Fröste.

Eine weitere Möglichkeit soll das Besprühen mit einer Wasser- und Milchmischung im Verhältnis von 2:1 sein. Andernfalls helfen käufliche Produkte gegen Blattläuse auch sehr gut.

Bekämpfung von Schildläusen

Schildläuse sind Läuse, die schwerer entfernbare Kuppeln bauen. Darin brüten sie. Zu erkennen sind die winzigen Läuse meist erst am plötzlichen Absterben einzelner Blätter. Dann sollte man bei Zimmerpflanzen sofort das Substrat tauschen und die Pflanze komplett, mit leicht gemischtem Spühli-Wasser, entlausen. Oft müssen die Nester trotzdem mit Werkzeug oder den Fingern vorsichtig entfernt werden. Die Pflanze muss frei von Schildläusen sein, andernfalls wird das Problem wieder auftreten. Wer zu chemischen Mitteln greift, sollte diese ebenfalls gründlichst auf der gesamten Oberfläche der Pflanze aufbringen.

Bekämpfung von Trauermücken

Trauermücken, oder auch kleine schwarze Fliegen, finden sich oft an gekauften Zimmerpflanzen mit minderer Qualität des Substrates. Ist man unachtsam, dann verbreiten sich die Fliegen rasant in der ganzen Wohnung oder dem Gewächshaus. Sie fühlen sich in feuchter Erde am wohlsten. Möchte man die Schädlinge durch Austrocknen der Erde loswerden, fressen sie sich durch das Wurzelwerk und führen zum schnelleren Absterben der Pflanzen. Entweder tauscht man das Substrat und reinigt die Pflanzen gründlich oder man kauft die sehr gut funktionierenden Nematoden. Dies sind Erdwürmer, die die Larven der Mücken fressen und das Problem sehr schnell und unkompliziert beheben. Man mischt die Nematoden ins Gießwasser und gießt nach gründlichem Rühren jede Pflanze damit. Nach ein paar Tagen sollte sich der Befall bereits lichten.

Schädlinge an Obst und Gemüse

Die geläufigsten Schädlinge im Gemüsebeet sind Schnecken in allen Formen. Sie fressen die Blätter und die Frucht und können nach viel Regen zur Plage werden. Gegen sie sollen breitere Barrieren aus feinem Sand, Schneckenzäune und sogar das Pflanzen von Knoblauch zwischen dem Gemüse sehr hilfreich sein. Das Absammeln der Schnecken ist natürlich auch zu empfehlen, wenn man bereits im Beet ist.

Bei Obstbäumen gestaltet sich die direkte Bekämpfung des Schädlings als umständlich. Schlicht die Höhe und Anzahl der Früchte machen dies zur Wochenendsbeschäftigung. Gegen Maden können spezielle Bänder und Klebestreifen mit Lockstoffen gekauft werden. Diese sollen helfen den Madenbefall zu verkleinern, gar zu eliminieren. Die Pheromone, mit denen die käuflichen Fallen fungieren, verwirren die Männchen der Motten, sodass sie sich nicht mehr paaren. Somit wird der Befall von obstfressenden Maden erheblich reduziert. Des Weiteren hilft auch hier ein madenfressender Vogelbestand, der die Motten frisst. Jedes Jahr werden außerdem neue und resistentere Pflanzen gezüchtet, die gegen die Invasionen von Larven gewappnet sein sollen.

Vögel als Schädlinge

Kontroverser Weise möchte man Vögel, trotz des großen Nutzen bei der Bekämpfung von Maden oder Schmetterlingen, von Kirschen und anderen Obstsorten fernhalten. Sie fressen schließlich nicht nur Motten, Schmetterlinge und andere Insekten, die die Ernte dezimieren. Tatsächlich ist der Schaden durch Vögel oft sogar größer, als durch Maden oder andere insektenartige Schädlinge. Die Vögel hindert man mit feinen Netzen, die noch genügend nötiges Sonnenlicht durchlassen, daran die Ernte zu verspeisen. Die klassische Vogelscheuche und reflektierende Folienstreifen sollen gegen Vögel effektiv sein. Eine garantierte Vogelabwehr ist jedoch keine der besagten Methoden. Möglicherweise hilft es dann, bei wiederholtem Ärger, eine Raubtier wie etwa eine Katze in der Nähe der Beete zu halten. Dies ist jedoch nur der letzte Ausweg.

An dieser Stelle stellt sich die Frage, wo hört Schädling auf, wo fängt Nützling an? Der Schaden ist ja schließlich meist nur an der Ernte zu vermerken. Ist man nicht darauf angewiesen, könne man ja auch Leben und leben lassen. Dies ist jedoch eine persönliche Frage der Einstellung zum Gärtnern und der Natürlichkeit des Gartens.

Wir hoffen mit diesen Hausmittelchen, Tipps zum Kauf und einigen Fakten am Rande informiert und geholfen zu haben. Viele schädlingsfreie Ernten und einen schönen Sommer wünschen wir von „1001 Plants“.


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