Gartentipps für den Monat Februar 01.02.2018 11:39

Mit dem Februar werden die Tage länger und die ersten Frühlingsboten lassen sich sehen. Zeit z.B. die Dahlien vorzukeimen, sich um den Rasen zu kümmern, Bäume und Sträucher zu schneiden oder mit der Zucht von Kräutern für den Balkon zu beginnen.  Diesen und weiteren Themen widmen wir uns in unseren Gartentipps für den Monat Februar.

Tipps für Gartenpflanzen

Ein Monat des Umbruchs ist der Februar, die Tage werden länger, die ersten hartgesottenen Vögel melden sich vorsichtig zurück und die Pflanzen schütteln Regen und Schnee von ihren Ästen und Blättern. Der Februar ist für viele Frühblüher der Beginn erste Keimblätter zu bilden und langsam aus dem Boden zu wachsen. Kurz darauf blühen wieder die Tulpen (Tulipa), die Anemonen (Anemone heptica) und die Krokusse (Crocus vernus) in allen Farben und Formen.

Dahlien keimen lassen

Etwas komplizierter, aber dafür umso schöner, ist die Pflege von Dahlien (Dahlia). Dahlien müssen zum Herbstende aus der Erde genommen werden, um sie vor Frost zu schützen und werden im Frühling wieder ausgepflanzt. Am besten überwintern sie im kühlen und trockenen Keller oder auch in der Frischhaltedose im Kühlschrank. Feuchtigkeit und daraus resultierend Fäulnis ist der Tot jeder Blumenzwiebel. Schon im Februar kann die Keimung für eine frühere Blüte gefördert werden. Dafür muss man lediglich die Knollen in Töpfen auf dem Fensterbrett vorziehen.

Rasen vertikutieren und kalken

Hinter dem Fenster liegt oft noch ein Garten oder zumindest eine Rasenfläche und einige Bäume, die sich auch schon auf wärmere und sonnigere Zeiten freuen. Doch eben der Rasen kann bereits im Februar nach dem ersten Mal Vertikutieren gekalkt werden, um spätere Moosbildung und invasive Pflanzen auf der Fläche zu vermeiden. Davor sollte unbedingt der ph-Wert mit einer Bodenprobe gemessen werden. Viele Böden sind zu sauer und benötigen deswegen eine Anhebung des ph-Wertes, andernfalls sterben die fragilen Rasenpflanzen und es machen sich unbeliebte Gräser oder Flechten breit. Außerdem werden Bodenkulturen durch das Kalken gefördert. Dann heißt es den Rasen zu schonen, für mindestens einen Monat nicht zu düngen und der Natur die Arbeit zu überlassen.

Rosenschnitt vorbereiten

Im Herbst geschnittene Sträucher und Bäumen bilden bereits eine große Vielzahl neuer Augen und Knospen. Rosen (Rosa canina und Rosa rugosa) verlieren ihre volle Blüte, wenn sie nicht regelmäßig geschnitten werden.

Es gibt einige Grundregeln des Rosenschnitts. Wir empfehlen die Rosen im Garten, wegen der Gefahr von einfallenden Frösten und eindringender Feuchtigkeit, erst ab Mitte März zu schneiden. Die Schnitttechnik bleibt fast identisch bei Rosen oder anderen Gehölzen, die man im Zimmer kultivieren möchte und auch schon vor März schneiden kann. Sie ähnelt der des Bonsaischnitts.

Rosen schneidet man mit einer scharfen und bestenfalls desinfizierten Rosenschere. Andere Pflanzen können auch mit einer Knospenzange oder einer scharfen Gartenschere geschnitten werden. Dafür sollte ein Zweig oder Trieb einen halben Zentimeter über einem nach außen wachsenden Auge abgeschnitten werden. Der Schnitt sollte bestenfalls angeschrägt sein, sonst kann es sein, dass sich dort Wasser sammelt und dies führt zu Krankheiten.

"Warum nach außen und wo ist ein Auge?"

Ein Auge ist ein Trieb, der sich am Zweig, Ast oder Stängel meist an oder hinter einem bereits bestehenden Blatt fast unscheinbar bildet. Es gibt auch schlafende Augen, die nur schwer als kleine Unebenheiten an der Rinde zu erkennen sind. Nach außen schneidet man, weil sich der Neuaustrieb den kürzesten Weg sucht und nach der Stellung des Auges richtet. So erzielt man einen vollen und runden Wuchs und hat in der Mitte trotzdem genug Platz für Licht und eine feinere Verästelung nach mehreren Rückschnitten. Mehr Informationen zum Thema Pflanzenschnitt haben wir in unserer Rubrik „Wissenswertes“ aufbereitet

Der Sommer kommt wie Weihnachten immer schneller als man dachte. Also fangen wir nebenbei jetzt schon an unseren Kompost, die Zwiebelpflanzungen, Stauden und auch Gemüse- und Obstpflanzen zu planen. Dazu werden weitere Gartentipps in den nächsten Monaten folgen.

Tipps für Balkonpflanzen

Schnell wieder rein in die warme Stube, denn drinnen geht es direkt weiter. Hat man nicht eh schon das ganze Fensterbrett mit Pflanzen oder Zimmergewächshäusern voll stehen, dann ist es vielleicht der richtige Moment, um die Vorzucht einiger beliebter und vor allem leckerer Kräuter auf dem Balkon zu starten.

Zimmergewächshäuser für die Anzucht von Kräutern & Co.

Da immer noch viele Fensterbänke einen Heizkörper unter sich montiert vorfinden, lohnt es sich einige wenige Euros für ein stabiles Zimmergewächshaus auszugeben. Der Pflegeaufwand ist geringer, man muss keine Angst vor Austrocknung haben und die Temperaturen sind relativ konstant. Ab hier an ist es relativ simpel. Entweder das ganze Gewächshaus mit „falschem Boden“ aufschichten oder die Samen in Anzuchtstöpfchen aus Kokosfasern, Torf, Ton oder Kunststoff direkt einzeln anziehen. Eine günstige Alternative kann eine leere Toilettenpapierrolle sein, die mit vier ungefähr drei cm langen Schnitten den Kreis in vier gleichgroße Teile teilt. Dann können die vier Segmente als Boden gefaltet und nach der Anzucht inklusive neuer Pflanzen in den Garten gepflanzt werden.

Der falsche Boden hingegen funktioniert als Wasserreservoir und Schutz vor Staunässe für die ganze Fläche des Zimmergewächshauses. Dies ist sinnvoll, wenn sehr kleine Samen einfach ausgestreut und dann einzeln pikiert werden. Dafür wird erst grober Kies oder Blähton verteilt, dann eine zweite dünne Schicht aus weniger grobem Material bspw. feine Zweige aufgetragen. Möglich ist es auch eine Art nicht schimmelndes Gewebe einzulegen, das die letzte und dritte Schicht des falschen Bodens von der ersten trennt. Die letzte Schicht kann aus Granulat oder feinem Kies bestehen. Nach den ersten drei Schichten sollte maximal die halbe Höhe des Gewächshausbodens erreicht werden. Jetzt wird eine Schicht entweder aus Komposterde oder Muttererde aufgetragen.

Zu guter Letzt wird die finale und wichtigste Schicht aufgetragen. Dafür empfehlen sowohl die alte Literatur, als auch viele neue Ratgeber den Einsatz einer Sand-Torf-Mischung. Sand ist durch die unregelmäßig körnig feine Struktur und der geringen Wasserspeicherfähigkeit eine ideale Komponente zur Vermeidung von stehender Feuchtigkeit. Er ist zudem einfach von Wurzeln zu durchdringen. Torf macht genau das Gegenteil, er speichert Feuchtigkeit und gibt diese langsam ab. Gemischt ist dies der ideale Grund für Samen aller Art, denn die meisten Anzuchterden auf dem Markt haben zusätzlich bereits Dünger inne. Dieser Dünger führt bei sich neu entwickelnden Samen oftmals zum Sterben feiner junger Wurzeln und schlussendlich zum verdursten des Sämlings.

Die Samen vieler Kräuter sind nicht so anspruchsvoll und können einfach auf die vorbereitete Oberfläche entweder wild gesät oder minutiös gesetzt werden. Danach die Samen mit ein Wenig Erde bedecken und gründlich mit einer feinen Regengießkanne oder einer Sprühflasche wässern. Nun heißt es nur noch warten, teilweise bis zu mehreren Wochen bis sich etwas im Gewächshaus regt. Es kann bei größeren Samen mehrere Monate dauern bis sich etwas Sichtbares passiert, bei vielen Kräutern und Gewürzen setzt die Keimung bereits nach 2-3 Wochen ein. Die Samen und die Erde benötigen mindestens alle zwei Tage frische Luft um nicht zu schimmeln. Wir empfehlen die Sämlinge bis auf mindestens 10 cm Höhe zu ziehen und sie erst nach einer Gewöhnungsphase an die neuen Temperaturen auszupflanzen. Bewährt hat sich die Zeit nach den Eisheiligen im Mai, da die Nachttemperaturen nicht mehr unter den Gefrierpunkt fallen sollten.

Tipps für  Zimmerpflanzen

Abgesehen von der stetigen Heizungsluft und der daraus resultierenden Lufttrockenheit ist für viele Zimmerpflanzenfreunde die Suche nach dem besten Platz an der Sonne die größte Herausforderung.

Die Lichtverhältnisse sind im Winter eben nicht dieselben wie im Sommer. Viele der als Halbschatten- und Schattenpflanzen deklarierten Zimmerpflanzen benötigen im Winter einen Standort näher am Fenster als im Sommer, da die Lichtstärke und Zeit oftmals nicht ausreichend sind. Ist der Standort der Fiederaralie (Aralia polyscias) aber der einzige Ort, an dem sie stehen kann und darf? Dann lohnt es sich zum Wohle der Pflanze, sowie als atmosphärisches Element in der Lichtgestaltung, über eine Pflanzenlampe nachzudenken. Mittlerweile gibt es günstige und vor allem schöne LED-Leuchtmittel, die das benötigte Spektrum der Pflanzen liefern. Damit können diese Licht-Akzente gut eingesetzt auch dunkelste Ecken mit sattem Grün und bunten Blüten aufwerten.

Orchideen-Tipps für eine erfolgreiche Blüte

Viele Zimmerpflanzenliebhaber finden großes Interesse an Orchideen und ihren vielen Formen und Farben. Jedoch ist immer noch eine hohe Sterblichkeit der Orchideen in den Wohnzimmern Deutschlands zu vermerken. Dagegen wollen wir von 1001 Plants mit ein paar einfachen Hilfestellungen grundlegende Fragen klären. Orchideen, wie die pflegleichte Nachtfalterorchidee (Phalaenopsis) oder einige wilde Formen zum Beispiel Vanille (Vanilla planifolia), die schon etwas anspruchsvoller sind, mögen es nicht in der direkten Sonne zu stehen. Hell sollte es trotzdem sein, also direkt neben einem Süd-Fenster oder auf einer nach Norden gerichteten Fensterbank. Nah an der Heizung wollen sie auch nicht ohne tägliches besprühen stehen, denn eine anhaltende Luftfeuchtigkeit unter 50% dulden sie nicht. Orchideen gießt man ausschließlich mit kalkarmem und bestenfalls zimmerwarmem Wasser. Dazu einfach die Orchideen anheben, die Übertöpfe mit einem Drittel Wasser füllen, sodass sich die Orchideen darin vollsaugen lassen. Nach einer halben Stunde sollte das überschüssige Wasser abgegossen werden, denn sonst kommt es zum Feind aller Wurzeln, der Staunässe und Wurzelfäule. Lange und abgeblühte Triebe können abgeschnitten werden, ebenso wie alle paar Jahre einige zu lang gewachsene Wurzeln gekürzt werden dürfen. Über neue Orchideen-Erde freuen sich unsere blühenden Freunde außerdem alle zwei bis drei Jahre.

Die Gartensaison rückt näher und wir hoffen mit unseren Gartentipps des Monats Februar schon mehr Lust auf die kommenden Monate gemacht zu haben. Viel Erfolg beim Mähen, Sähen, Vertikutieren, Schneiden und Pikieren wünscht 1001Plants.


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