Gartentipps für den Monat Januar 18.01.2018 10:51

Ein neues Jahr beginnt, die Tage werden wieder länger und der begeisterte Gärtner freut sich schon auf den Frühlingsanfang. Es gilt nun einige wichtige Dinge nicht außer Acht zu lassen, denn nur weil der Winter uns noch in seinem Griff hält, heißt dies nicht, dass einige Pflanzen besondere Aufmerksamkeit verlangen. Hierfür haben wir einige Gartentipps zusammengestellt, die beim Schutz der Pflanzen über den Winter helfen können.

Tipps für Gartenpflanzen

In den letzten Jahren fällt in einigen Regionen Deutschlands immer weniger Schnee, so bleiben oft braun-graue Beete, Vorgärten oder Parks das Einzige was einen daran erinnert, dass bald wieder der farbenprächtige Frühling kommt. Doch gibt es auch einige sehr schöne Blühpflanzen die sich ausschließlich im Winter zeigen. Angefangen bei den knöchelhohen, weißblühenden Kissenprimeln (Primula vulgaris), über die strauchig-kugelig wachsenden Christrosen (Helleborus niger), die sich mit ihren weißen oder auch violett-rosa gefärbten Blüten hervorragend als Kübelpflanze und als immergrüne Beetpflanze eignen, bis zu den Zaubernüssen (Hamamelis mollis), die als Solitärgehölze mit einer Wuchshöhe von bis zu 8 Metern und ihren schönen kräftigen Blütenfarben im Winter ein Genuss für die Augen und die Seele sind.

Überwinterungstipps für Gartenpflanzen

Sollte es nun doch noch kräftig schneien, dann gibt es ein paar grundlegende Pflegetipps mit denen man es den Pflanzen leichter macht harte Winter zu überleben. Zum einen entfernt man oft nur den nassen Schnee von Gehölzen wie Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus), Rosen (Rosa canina) oder Buchsbäumen (Buxus sempervirens), da dieser um ein vielfaches schwerer ist als Pulverschnee und neue Triebe oder auch Äste abbrechen könnten. Zum anderen sind Schnee und Kälte nur dann ein Problem, wenn sie ans Wurzelwerk gelangen. Andernfalls ist Schneefall in unseren Breitengraden eine für die Vegetation positive klimatische Erscheinung, denn der Boden wird vor Austrocknung durch Verdunstung und vor Auskühlung beziehungsweise Frösten geschützt.

Sag nein zu Streusalz - der Natur zuliebe

So oder so empfiehlt es sich dringlich kein Tausalz gegen Schnee im eigenen Garten einzusetzen. Die Verwendung von Salz ist schädlich für die Bodenkulturen, die Pflanzen und es führt zur stetigen Versalzung des Grundwassers. Sehr viele Pflanzen sind nicht Salztolerant. Die Rinde und die Wurzeln werden von den aggressiven Salzen angegriffen, geschädigt und sterben bei zu hohen Konzentrationen einfach ab.

Vorbereitungstipps für das kommende Frühjahr

Ist nun alles erledigt, damit der Winter erfolgreich überstanden wird? Dann lohnt es sich die eigenen Werkzeuge auf Funktionalität, Schärfe oder gar Schäden durch Rost für die nächste Saison zu prüfen. Scharfe Messer und Scheren sind die Basis für vielerlei erfolgreiche Pflanzvorhaben. Wie zum Beispiel der Kronenschnitt von Obstgehölzen, der traditionell im Winter erfolgt. Dabei ist es wichtig das Ziel in der Gestaltung vor Augen zu haben, denn daraus werden die unterschiedlichen Schnittarten abgeleitet. Formschnitt, Erhaltungsschnitt oder Verjüngungsschnitt sind nur einige Arten das Obstgehölz über Jahre zu kultivieren. Die ersten 5-10 Jahre der Pflanze sind dabei maßgebend in der Gestaltung des Wuchshabitus und des daraus resultierenden Ertrags ab ungefähr dem 15. Jahr. Ist ein Obstbaum schon alt, wächst nur noch mäßig oder bildet wenige Blüten aus, an denen dann die Früchte entstehen, so ist es oft ratsam einen Verjüngungsschnitt durchzuführen, der zu rasantem Neuaustrieb und stärkerer Verzweigung und somit zu mehr Ertrag führen kann.

Tipps für Balkonpflanzen

Wer das Glück hat einen Balkon an seiner Wohnung zu haben, der hat vielerlei Vorteile für die Überwinterung von verschiedensten Pflanzen. Viele Zimmer- und Balkonpflanzen verlangen eine „kühle Phase“, wie die japanische Scheinmyrthe (Cuphea hyssopifolia) oder auch Lavendel (Lavandula angustifolia) und Rosmarin (Rosmarinus officinalis), die erst nach der Winterruhe ihre gänzliche Blühfähigkeit wiedererlangen oder leider oftmals den Umzug vom kühlen Balkon in die Wohnung nicht überstehen. Das Problem für viele Balkonpflanzen ist häufig die zu trockene und warme Heizungsluft, die in den meisten Wohnungen im Winter zu Blattabwurf oder Austrocknung führt. Ist man nicht gewillt einen kühlen Raum, beispielsweise die Küche oder den kühlen Hausflur mit seinen von allen Mitbewohnern erreichbaren Fensterbänken für die geliebten Pflanzen zu etablieren, dann ist der Balkon die beste Wahl für die Winterruhe.

Überwinterungstipps für Balkonpflanzen

Essentiell ist es das Wurzelwerk vor starken Frösten, zu kalten Winden und drückender Schneelast zu schützen. So empfehlen viele Gärtner eine dicke Schicht aus Laub, Kunststofffolie und schützenden Styroporkästen, zur Wärmespeicherung und Abwehr von Wurzelfrost. Winterharte Palmenarten wie die chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) sind in Kübeln zwar bis -10°C winterhart, verlangen aber auch schützende Vliese oder Folien, die verhindern, dass sich Schnee und Eis an den stetig wachsenden neuen Trieben schädlich auswirken. Sind die grundlegenden Schutzmaßnahmen getroffen kann man auch im Winter einen schönen Ausblick auf seinen Balkon genießen.

Pflanzentipps für den Winterbalkon

Einige sehr schöne Arten eignen sich besonders durch den langsamen Wuchs als dauerhafte Balkonbepflanzungen. Zu nennen sind die japanische Lavendelheide (Pieris japonica), die einheimische Besenheide (Calluna vulgaris), Skimmia (Skimmia japonica) mit ihren eher dezenten Blüten und Früchten und einige kleinwüchsige Mispelarten (Cotoneaster dammeri), die mit ihrem Fruchtschmuck im Winter ein Hingucker sind. Alle dieser genannten Pflanzen sind Immergrüne und gut miteinander kombinierbar, da sie ähnliche Ansprüche an den Boden haben.

Insektenhotels vorbereiten

Die Wintermonate sind die besten Monate, um in fleißiger Heimarbeit schon einige Objekte für den Frühling vorzubereiten. Einige mögliche Beispiele wären Totholz im Wald zu sammeln, um dieses zu einer Kombination aus Insektenhotel und Rankhilfe umzubauen, oder das übrige Tannengrün von Weihnachten unter die bestehenden Immergrünen zu legen. Dies verhindert starke Verdunstung, schützt teilweise vor Frost und gibt den Balkonkästen außerdem ein winterliches Aussehen.

Tipps für Zimmerpflanzen

Für viele Menschen endet die Pflanzensaison mit den ersten Nachtfrösten, dem Laubabwurf der Straßenbäume und den zweistelligen Kalendermonaten. Die Temperaturen draußen sinken unter Null und in den Wohnzimmern werden die Heizungen aufgedreht. Doch eignet sich gerade die kalte Jahreszeit für viele Pflanzenliebhaber die Vermehrung ihrer Sukkulenten, gut platziert über der Heizung mit maximaler Sonneneinstrahlung, anzugehen.

Vermehrungstipps für Sukkulenten

Die meisten Sukkulenten können ganz einfach vermehrt werden. Man bricht vorsichtig ein gesund aussehendes Blatt vom Stamm ab, steckt dieses bis zu einem Drittel tief in ein durchlässiges Substrat, in vielen Ratgebern wird zu einer Granulat-Erde-Sand-Mischung geraten, und gibt den „Stecklingen“ viel Sonne, Bodenwärme und nur sehr selten Wasser über eine Sprühflasche.

Viele Sukkulenten-Anfänger zergießen ihre Lieblinge. Sukkulenten haben ihren Namen vom lateinischen „sucus“, was so viel heißt wie Saft. Dies ist ein Indikator dafür, dass sie sehr wenig fremdes Wasser benötigen. Gießt man zu viel, fangen die Blätter an weich zu werden oder hängen dann schlaff herab und verändern ihre Farbe. Dann heißt es Finger weg von der Gießkanne!

Blütentipps für die Fensterbank

Ist man interessiert an einer Blütenpracht auf der Fensterbank sind ebenfalls Sukkulenten und eine Vielzahl blühender Kakteen eine ausgezeichnete Wahl. So sind die Wüstenrose (Adenium obesum), Arten der Echeveria (Echeveria miranda&Echeveria cheyenne) und den Klassikern, wie dem Weihnachtskaktus (Schlumbergera hybride) und die vielen Sorten der Kalanchoe schöne Pflanzen für die Fensterbank, die einem auch im Januar einen farbenreichen Ausblick auf den zu kommenden Frühling gewähren.

Pflegetipps für Grünpflanzen

Abgesehen von den vielen blühenden Sukkulenten und Kakteen blühen sehr viele als „Grünpflanzen“ deklarierte Pflanzen in unterschiedlichen Formen und Farben. Jedoch sind die meisten Grünpflanzen, auf Grund ihrer tropischen Herkunft, anfällig für Vertrocknung, die sich schnell an den bräunlichen Rändern oder Spitzen zeigen. Wer also einen tropischen Exoten als Zimmerpflanze für sich beanspruchen möchte, dem sei geraten eine Sprühflasche mit kalkarmem Wasser, im besten Fall Regenwasser, zu befüllen und immer in der Nähe zu haben und die Pflanzen ein- bis zweimal am Tag zu besprühen. Einige Pflanzenliebhaber gießen sogar ausschließlich über die Sprühflasche, denn das Wasser läuft am Blatt und den Stängeln runter bis zum Substrat und erzeugt eine Art „Mikro-Klima“ rund um die Pflanze, bis alles an Wasser verdunstet ist.

Wir hoffen noch mehr Lust auf Pflanzen und die Vorfreude auf den Frühling geweckt zu haben. Bis es soweit ist, empfehlen wir eine ausgiebige Tour durch unser Sortiment an Obstgehölzen, Balkon und Zimmerpflanzen zu machen. Viel Spaß beim Stöbern und viel Erfolg mit unseren Gartentipps des Monats Januar.


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