Gartentipps für den Monat März 13.03.2018 12:27

Krokusse

Viele Bauernregeln befassen sich mit dem März. So soll sich Anfang März entscheiden, wie nass oder trocken der kommende Frühling verlaufen wird. Eines steht definitiv fest, der meteorologische Frühlingsanfang liegt um den 20. und 21. März und das Wetter ist entweder überraschend mild oder es friert der See. Noch ein Grund mehr mit Tatendrang an die Arbeit im Garten zu gehen. Hierfür werden wir den Schnitt der Gräser, das Setzen von Nutzpflanzen und das Vermehren einiger beliebter Zimmerpflanzen im Detail beschreiben.

Gartentipps – Gräser schneiden, Winterschutz entfernen und Kartoffeln richtig pflanzen

Der Garten liegt entweder noch unter einer Schneedecke verborgen oder er zeigt sich, wie in den meisten Teilen Mittel- und Norddeutschlands, als kahle und meist zweifarbige Kulisse. Doch dann kommt der Frühling oft schneller als erwartet. Die ansteigende Zahl der Sonnenstunden lassen die Bäume und Sträucher aus ihrem Winterschlaf erwachen und ihre Knospen übersäen in kürzester Zeit die Flora in den kräftigsten Farben.

Wann und wie Ziergräser schneiden?

Viele Gräser wie das Schwingelgras (Festuca glauca) oder das Reitgras (Calamagrostis x acutiflora 'Karl Foerster') sollten über den Winter nicht geschnitten werden. Erst wenn die Sonne wieder mehr Energie für den alljährlichen Neustart liefert, sollten Ziergräser auf ungefähr 5-15 Zentimeter über dem Boden zurückgeschnitten werden. Wie immer muss mit scharfem Werkzeug gearbeitet werden. Schneidet man vor den letzten starken Frösten, so riskiert man das Leben der Pflanze. Ebenso verhält es sich mit dem Schnitt im Herbst, der wegen anstehender hoher Feuchtigkeit und einfallendem Schnee zum Verfaulen der Wurzel führen kann. Erst mit dem Schnitt im Frühling erhalten die Ziergräser Platz, Sonne und es wird ihnen ein konkurrenzloses Heranwachsen für die nächste Saison ermöglicht.

Wann den Winterschutz entfernen?

Das Entfernen des Winterschutzes ist mit dem Blühen der Signalpflanze Forsythie synchronisierbar. Zur selben Zeit werden auch die ersten Schnitte bei Rosen durchgeführt. Die Pflanzen die man angehäufelt hat, können wieder zu ihren gewohnten Gegebenheiten zurückgeführt werden. Ist man Besitzer eines Komposthaufens so könnte man während der Bodenarbeiten hier und da schon ein paar Schaufeln frischen Kompost in den Boden einarbeiten. Dies gibt den unterernährten Gartenpflanzen einen energetischen Start in die sonnig blütenreiche Saison.

Der Boden ist noch leicht durchfroren, die Luft in der Erde geht zu Neige und die noch nicht zersetzten Laubreste des Vorjahres liegen überall in den Beeten herum. Diese gilt es mit der optionalen Komposterde leicht in die Beete einzuarbeiten. Die übrigen Pflanzenteile werden von den Bodeninsekten verwertet, die grobe Struktur manchen Laubs lässt zudem „Luft-Taschen“ in der Erde entstehen, die für alle Bewohner dieser Erde positiv sind. Sauerstoff ist ein elementarer Bestandteil des Wurzelwachstums jeder Pflanze. Dabei ist es zu vermeiden den Boden zu überdüngen und ihn damit langfristig „auszulaugen“. Das Bodenleben wird mit zu hoher Düngerkonzentration in ihrer Funktion gestört, wenn nicht sogar gänzlich vernichtet. Dies kann sich in der mangelnden Aufnahmefähigkeit von Wasser oder dem langsamen Sterben einiger etablierter Pflanzengesellschaften äußern. Zeigerpflanzen sind für die einfache Bestimmung seiner Bodenqualität ein wichtiges Indiz. Vorsicht ist also besser als Nachsicht beim Verwenden von Düngern, die nicht aus dem eigenen Kompost stammen.

Nutzpflanzen vorbereiten und Kartoffeln richtig pflanzen  

Früh ernten heißt früh säen. So ist es auch mit der Kartoffel. Gegen Ende März können die im dunklen Schrank vorgekeimten Kartoffeln in die Erde gebracht werden. Jeder kennt die sich an der Kartoffel  bildenden Augen, die man großzügig vor dem Kochen abschneidet. Diese Augen sind die ersten Vorboten einer Kartoffelpflanze. Mit nur ein paar stark keimenden Kartoffeln kann ein ganzes Beet bepflanzt werden. Dazu schneidet man lediglich die Kartoffel und ihre dazugehörigen frisch gebildeten Augen in Stücke. Wichtig ist es die getriebenen Augen während des Zerschneidens der Kartoffel nicht zu verletzen. Jetzt haben wir aus drei bis vier vorgekeimten Kartoffeln 15-20 daumengroße Kartoffelstückchen, die alle noch mindestens ein Auge haben sollten, vorbereitet und sind bereit fürs Pflanzen.

Kartoffeln zu pflanzen ist recht einfach. Im Allgemeinen werden zwei Methoden unterschieden. Man kann kleine Haufen beziehungsweise Hügel bilden, in die man die Kartoffeln pflanzt oder man gräbt 15-30 Zentimeter tiefe Löcher zum Setzen der Stückchen. Die „Haufen-Methode“ erleichtert die Ernte, da sich bereits ein Großteil der Kartoffeln oberhalb des Bodens befindet, fordert aber andererseits auch auf Grund der größeren oberirdischen Oberfläche mehr Wasser und somit mehr Gießpflege. Außerdem muss die Anhäufung der Erde stetig erhöht werden, da die Kartoffeln die Erde beim Wachsen verdrängen und mehr und mehr Platz benötigen. Egal welche Methode man wählt, es sollte nach dem Setzen der Kartoffeln gut angegossen werden.

Zudem kommt, dass der Frühlingsanfang der beste Zeitpunkt ist um Obstgehölze zu düngen, den Boden der Gemüsebeete mit Kompost umzugraben und sie somit für die Aussaat vorzubereiten, die Strohschicht unter den Erdbeeren auszubessern und die Samen der gewünschten Gemüse- oder Kräutersorten schon im Gewächshaus vorzuziehen.

Balkontipps – für mehr Biodiversität auf Balkons

Auch auf dem Balkon entfalten sich jedes Jahr Überraschungen. Oft werden Balkonkästen neu bepflanzt und Vorhandenes einfach weggeschmissen. Dabei schmeißt man leider auch selbstversähte Pflanzensamen des Nachbarn, den Straßenbäumen oder Vögeln, die den einen oder anderen Samen nach einer Mittagspause hinterlassen haben, einfach mit auf den Müll. Für noch mehr Diversität und Nutzen auf dem Balkon könnten die folgen Tipps hilfreich sein.

Balkonbepflanzung planen

Es kann gesagt werden, dass erstaunlich viele Pflanzen geeignet sind für die Bepflanzung des Balkons. Wie immer bei gestalterischen Arbeiten muss man sich lediglich für ein Konzept entscheiden. Eine sehr geläufige Form der Balkonbepflanzung ist die Wechselflora, also das stetige Neupflanzen saisonaler Pflanzen. Häufig gewählte Pflanzen für eine Bepflanzung im Frühling können die Glockenblume (Campanula persicifolia), großblütige Geranien (Pelargonium grandiflorum), hängende Geranien (Pelargonium peltatum) oder eine der vielen Petunien-Sorten (Petunia hybrida) sein. So sind die gefüllt blühenden Sorten ein schönes gestalterisches Gegenstück zu einfarbigen Koniferen, die noch aus der Winterbepflanzung vorhanden sein können. Des Weiteren können die Balkonkästen von hängenden Sorten der Geranie oder Petunie farbenfroh verdeckt werden. Einige ebenfalls beliebte Gegenstände, die sich gut mit Balkonpflanzen kombinieren lassen, sind Windräder, Vogelhäuschen oder permanente Beleuchtungselemente, denen man mit den unterschiedlichen Wuchsformen eine zentrale Rolle gibt oder sie eben durch geschicktes Kombinieren verstecken kann. Eine eher klassische Wahl der Balkonbepflanzung ist das dreifarbige Garten-Stiefmütterchen (Viola tricolor var. hortensis) und Studentenblumen (Tagetes erecta), die beide sogar bis in den November blühen können, wenn sie dann keine Nachtfröste mehr abbekommen und/oder im Frühling in den Balkonkästen ertrinken.

Ein noch mit den kalten Tagen verbundenes Pflanz-Thema können Zwiebelpflanzen sein, die man entweder selber vorgezogen mit den kommenden warmen Tagen auf dem Balkon platzieren kann oder schon vorgetriebene Zwiebeln kauft und sie in die Balkonkästen pflanzt. Zu nennen sind hier einige Klassiker wie die Tulpe (Tulipa x hybrida), die in blauen Kolben blühende Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) oder kräftig gelb blühende Narzissen (Narcissus pseudonarcissus), die  bekanntlich um Ostern blühen. Fälschlicherweise denken viele diese Pflanzen wären einjährig, beziehungsweise ist es erheblich unkomplizierter frühjährlich neue Pflanzen zu kaufen, als sie durch den Winter zu bringen. Die Überwinterung solcher Balkonzierpflanzen ist bei Weitem nicht so kompliziert, wie man annehmen mag.

Essbare Balkonpflanzen

Ein ebenso beliebtes Thema der Balkonbepflanzung ist die Verwendung von ausschließlich essbaren Pflanzen. Man sollte auch bei der Planung der essbaren Pflanzen die Blütezeiten und ihre Standortbedingungen natürlich nicht außer Acht lassen. So brauchen Johannisbeeren (Ribes aureum) einen vollsonnigen Standort und zwingend einen Bestäubungspartner, der sich als zweite Johannisbeer-Pflanze verkörpert, um überhaupt Früchte zu tragen. Es ist dabei nicht wichtig ob sie derselben Sorte angehören. Ebenfalls geeignet für einen sonnigen Standort sind Heidelbeeren (Vaccinium myrtillus), die ausgepflanzt bis zu 3 Meter hochwachsende Felsenkupferbirne (Amelanchier lamarkii) oder die vielen eher klein und kompakt wachsenden Erdbeer-Sorten (Fragaria x ananassa).

Einige Kräuter wie Basilikum (Ocimum x basilicum), Koriander (Coriandrum sativum) oder Rauken wie beispielsweise Ruccola (Diplotaxis tenuifolia), aber auch Gemüsearten wie Rote Beete (Beta vulgaris) und der Broccoli (Brassica oleracea var. Italica) wachsen erst im Halbschatten zu besonders schmackhaften Pflanzen heran.

Sind viele Beerenpflanzen auf dem Balkon vertreten werden sich auch bald einige Insekten und Vögel in dem neuen Beerengarten zeigen lassen. Diesbezüglich können auch andere für den Menschen nicht essbare Beerenpflanzen oder Blütepflanzen für die allgemein geschwächte Bienenpopulation auf dem Balkon platziert werden. Pflanzen wie der Feuerdorn (Pyracantha coccinea) oder die Schönfrucht (Callicarpa bodinieri profusion) fallen dazu als erstes ein.

Zimmerpflanzentipps – Küchenkräuter, Kakteen und Ableger

Kräuter, die auf dem Balkon wachsen, können auch in der Küche mit Licht, Wasser und Zuneigung gedeihen. Wir wollen einige dieser Kräuter vorstellen. Außerdem werden wir grundlegendes zum Thema  „Ableger ziehen“ erklären und ein wenig auf die Pflege von Kakteen eingehen.

Welche Kräuter wachsen in der Küche?

Diese Frage ist pauschal schwer zu beantworten, da viele Pflanzen viele unterschiedliche Ansprüche an ihren Standort haben. Einige wenige Kenntnisse über die Herkunft und die natürliche Umgebung beliebter Kräuter können schon viele Fragen vorwegnehmen.

Die Petersilie (Petroselinum crispum) beispielsweise entspringt dem Mittelmeerraum und wächst in der Natur an Felshängen, die schattig oder sonnig gelegen sein können. Somit ist sie eine geeignete Pflanze für einen sonnigen Balkon oder eine Küche mit Fenster zur Nordseite. Auch Dill (Anethum graveolens) und Pfefferminze (Mentha x piperita) wachsen gut in der Küche. Sie können zudem zu dritt in ein Gefäß gepflanzt werden, weil sie nicht derselben botanischen Familie entspringen und somit weniger Konkurrenz um die Nährstoffe besteht.

Ebenfalls simple und essbare Pflanzen sind die Frühlingszwiebel (Allium fistulosum), Knoblauch (Allium sativum) und einige Salatsorten wie Römersalat (Lactuca sativa var. Longifolia). Diese können im Wasserglas, aus den sonst wegzuschmeißenden Resten oder gekeimten Zehen, gezogen werden und müssen täglich, spätestens zweitägig, neues Wasser erhalten. Andernfalls fängt zum Beispiel die Frühlingszwiebel an zu faulen oder der Knoblauch beginnt zu schimmeln. Bei der Ernte entfernt man lediglich die oberen oder größten Teile der Pflanze.

Kakteenpflege leicht gemacht!

Man sagt zwar, dass man Leuten, die man nicht mag Kakteen schenkt, doch lässt sich diese Aussage in der heutigen Zeit nur noch schwer stützen. Viele sehr formschöne Sorten sind mittlerweile erhältlich und sind außerdem, abgesehen von ihrem immer noch stacheligen Äußeren, bei vielen Menschen eine beliebte Pflanze für Fensterbänke oder heizungsluftwarme Orte.

Die Kombination unterschiedlichster Kakteensorten, zum Beispiel die Kugelkakteen (Echinocactus), die teilweise blühen, die Variationen der Säulenkakteen (Cereus), die den Stereotyp eines Kaktus verkörpern oder auch Kakteen dessen Früchte essbar sind und als Delikatesse angeboten werden, wie die Drachenfrucht (Hylocereus undatus), sind unter Betrachtung der Herkunft unkompliziert zu pflegen und eine Freude fürs Auge jedes Kakteenfans. Der große Vorteil der Kakteenpflege ist, dass die Pflanzen an sich schon mit Dürre vertraut sind, sie also sehr tolerant sind, was das Vergessen des Gießens angeht. Vor allem im Winter und Frühling sollten Kakteen deswegen auf keinen Fall häufig gegossen werden. Zu viel Wasser führt nämlich zu Fäule und schließlich zum Absterben der Pflanze.

Der richtige Standort für Kakteen

Eines hat die Mehrheit der Kakteen gemein; sie brauchen das ganze Jahr sehr viele Sonne. Wenn man seinem stacheligen Mitbewohner also etwas Gutes tun will, dann spendiert man ihm den hellsten und bestenfalls mit direkter Sonneneinstrahlung ausgezeichneten Platz. Das kann die südlich ausgerichtete Fensterbank oder ein nach Westen orientiertes Fenster unterstützt mit einer Pflanzlampe sein. Im Sommer genießen viele Kakteen auch einen Platz auf der Terrasse oder dem Balkon, weil sie dort noch mehr ungefilterte Sonnenenergie aufnehmen können.

Wie oft den Kaktus gießen?

Im Sommer kann man seinen Kaktus schon in regelmäßigen Abständen gießen. Darauf zu achten ist, dass die Erde, in der die Pflanze steht, sehr wenig Feuchtigkeit aufweist. Selbst dann gilt bei Kakteen: weniger ist oft mehr. Der einfachste Test ist einen Finger bis zum zweiten Fingergelenk, also der Mitte des Fingers, in den Boden zu piken und damit die Feuchtigkeit zu erfühlen. Klebt viel Erde an der Fingerspitze sollten Kakteen noch nicht gewässert werden. Sind keinerlei Rückstände am Finger zu vermerken und fühlt sich das Substrat eher an wie ausgedörrter Sand, dann ist es die richtige Zeit, um seinem stacheligen Freund ein wenig Wasser zukommen zu lassen. Dabei sollte Staunässe, wie auch bei allen anderen Pflanzen, dringend vermieden werden.

Viele Kakteenfreunde raten außerdem zur Sprühflasche, um zu vermeiden, die Kakteen zu übergießen und der Pflanze die natürlichen Gegebenheiten des morgendlichen Kondenswassers an den Nadeln zu geben.

Stecklinge aus Zimmerpflanzen

Beliebte Zimmerpflanzen zur Stecklingsvermehrung sind Dieffenbachien (Dieffenbachia), die buntblättrigen Kroton-Sorten (Codiaeum variegatum) oder viele Sorten der Zimmerfeigen beispielsweise des Gummibaums (Ficus elastica) oder der Birkenfeige (Ficus benjamina).

Der Steckling muss über mehrere Wochen bei hoher Luftfeuchtigkeit und viel Licht zum Wurzeln gefördert werden. Speziell dafür gibt es Wurzelhormone zu kaufen oder man greift zu Hausmitteln wie Zimt, um die Wurzelfähigkeit zu verbessern. Für weitere Techniken und mehr Details empfehlen wir unseren Blogbeitrag „Das kleine Einmaleins der Stecklingsvermehrung“.

Wir hoffen mit dieser umfangreichen Einleitung zum Thema Gartentipps im März einige offene Fragen beantworten zu können. Viel Erfolg beim Stecken, Schneiden, Harken, Mähen und Säen. Einen schönen Frühlingsanfang wünscht das 1001 Plants-Team.


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